Erfolgreiche Demo: Freiwilligendienste ein Gewinn³ für Freiwillige, Einsatzstellen und Gesellschaft

Artikel vom 18.06.2024

Am 06.06.2024 hat in München die Demo Freiwilligendienste: Gewinn³ für Freiwillige, Einsatzstellen und Gesellschaft stattgefunden.

Maria-Theresia Kölbl vom BDKJ begrüßte die etwa 200 Teilnehmenden der Demo und machte deutlich, dass die 16 angeschlossenen Träger der Freiwilligendienste in Bayern die geplanten Kürzungen nicht hinnehmen werden und sich deswegen am Karl-Stützel-Platz zusammengeschlossen haben.

Zunächst berichtete Kathrin H., wie die Gesellschaft von den Freiwilligendiensten profitiert. Kathrins Sohn wohnt in einer Wohngruppe für mehrfach behinderte Menschen. „Ohne die wertvolle Unterstützung der Freiwilligen wären Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen unvollständig und der Betrieb wäre nicht nur beeinträchtigt, sondern geradezu undenkbar. Die Lebensqualität und die Möglichkeiten zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen wären dramatisch eingeschränkt.“

 

 

Anschließend machte Jule Schwarz vom BDKJ den Gewinn für die Einsatzstellen deutlich. Die Einsatzstellen bringen frischen Wind in die Abläufe und unterstützen bei Tätigkeiten, für die bei den Hauptamtlichen Mitarbeitenden teilweise keine Zeit bleibt.

Mit einem DJ-Set, bespielt von Freiwilligen, die zuvor im Rahmen des FSJ Kultur einen DJ-Kurs gemacht haben, setze sich der Demozug in Richtung Hauptbahnhof und Karlsplatz in Bewegung.

Unter dem Motto „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Plätze klaut!“ und damit auch Perspektiven, Zukunft und Chancen, machten die Teilnehmenden lautstark auf die geplanten Kürzungen aufmerksam.

 

 

 

Im Anschluss an den Demozug berichten die Freiwilligen Janine P. und Franziska R. von Ihrem Gewinn durch den Freiwilligendienst. „Als ich noch vor knapp einem Jahr meinen Schulabschluss fertig stellte, war ich mir noch nicht sicher, was ich „mit meinem Leben“ machen will. Das FSJ-Kultur bot mir dann eine neue Perspektive, nicht nur auf meine Zukunft, sondern auf die Welt im generellen und somit schuf es mir irgendwie eine neue Identität. Ich weiß jetzt, was ich mal werden will.“ Die Freiwilligen fragen sich wieso einem großen Teil der jungen Menschen diese Möglichkeit genommen werden soll: „Wieder und wieder wird von der Politik gefordert, dass sich junge Personen mehr sozial einsetzten sollen. Aber wie sollen wir das denn machen, wenn die Rahmenbedingungen für die Freiwilligenarbeit immer schwieriger und untragbarer werden?“

Andreas Czerny, Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt in Bayern machte deutlich: „Statt über Kürzungen nachzudenken, sollten wir die Freiwilligendienste stärken und ausbauen. Wir sollten mehr junge Menschen ermutigen, sich zu engagieren, und die notwendigen finanziellen Mittel bereitstellen, um diese wichtigen Programme zu unterstützen. Denn eine starke Zivilgesellschaft braucht engagierte Bürgerinnen und Bürger, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und sich für das Gemeinwohl einsetzen.

 

 

Zum Abschluss bedankte sich Michael Richter, Leiter der Freiwilligendienste beim bayerischen Roten Kreuz bei den anwesenden Freiwilligen: „Gewinn hoch drei lautet das Motto dieser Veranstaltung,
ich möchte daraus ein „Danke hoch 3“ machen! Wir danken Euch im Namen der Gesellschaft, die Ihr mitgestaltet, der Ihr ein menschliches Gesicht gebt. Gesellschaftlicher Zusammenhalt, demokratisches Miteinander, aktive Teilhabe, das sind zunächst abstrakte Wortgebilde. Ihr (Freiwillige, anm. der Redaktion) erfüllt das mit Leben, jeden Tag in den Einrichtungen, auf den Seminaren, in Eurem privaten Umfeld. Und nicht zuletzt danken wir Euch dafür, dass ihr Euch einlasst, auf diese anstrengende Reise, diese Abenteuer, diese Zumutung, die da heißt, Freiwilligendienst. Denn wie überall im Leben, es gibt gute Zeiten, es gibt schlechte Zeiten, und in jedem Fall gilt: Am Ende des Jahres steht Ihr anders im Leben, als Ihr in den Freiwilligendienst gestartet seid.“